Obdachlos an Weihnachten: Nürnberger Restaurant verteilt Essen

25. Dez. 2019

NÜRNBERG - Die Zahl der Obdachlosen in Nürnberg steigt seit Jahren, Hunderte stehen auch zum Weihnachtsfest auf der Straße - gewollt oder ungewollt. Das Nürnberger Restaurant "CoDung" verteilte jetzt kostenlos Essen an die Ärmsten der Gesellschaft. Die Betreiber kündigen weitere Hilfsaktionen an.

Mit prall gefüllten Papiertüten laufen die Mitarbeiter des "CoDung", einem Nürnberger Sushi-Restaurant, durch die U-Bahnpassage an der Lorenzkirche. Darin: Essen für die vielleicht Ärmsten der Gesellschaft. Als einer aus der Gruppe einem Mann eine Portion übergibt, reißt der überrascht den Mund auf, bedankt sich, lacht. Am Donnerstag veröffentlichte das Restaurant ein Video der Weihnachts-Aktion auf seiner Facebook-Seite. "Toll", schreibt ein Nutzer darunter, "eine großartige Sache", ein anderer. Die Reaktionen sind durchweg positiv.

"Wir machen schon seit vielen Jahren immer wieder kleine Spendenaktionen für mittellose Kinder und ältere Menschen, die sonst von der Gesellschaft nur wenig Unterstützung bekommen", sagt ein Sprecher der "CoDung Group", die in Nürnberg auch das "Ramencado" und das "ComPho" betreibt, auf nordbayern.de-Nachfrage. Geld für den Bau einer Schule habe man etwa gegeben, Fahrräder, Schulbücher und Kleidung verschenkt. "Mit der Zeit sind wir immer mehr in Kontakt mit fast auswegslosen Fällen gekommen."

Essen soll bald jeden Sonntag verteilt werden
Die Weihnachtsaktion, bei der bereits am 22. Dezember Essen rund um den Hauptbahnhof, in der Innenstadt und am Friedrich-Ebert-Platz verteilt wurde, soll nur eine von vielen in der Zukunft sein. 20 Decken wurden verteilt und jede Menge Essen. Künftig planen die Betreiber eine sogenannte "Sunday Donation" zu veranstalten. Das heißt: Jeden Sonntag sollen Gerichte an Obdachlose verteilt werden. Oder aber die Bedürftigen holen Essen einfach in den drei Restaurants, die sonntagmittags geschlossen sind, ab.

Für 2020 wollen die Betreiber eine Stiftung gründen. Mit der "CoDung Foundation" sollen deutschlandweit Spenden eingesammelt werden. "Nur durch die große Mithilfe aller können wir mehr Menschen anregen, Gutes zu tun und zu helfen."